
Es ist bereits seit Langem bekannt, dass zu viel Salz ungesund ist. Zum einen wirkt es sich auf den Blutdruck und die Gefäße aus. Menschen mit Bluthochdruck sollten Salz im besten Fall sogar ganz meiden. Nun stellten Forscher fest, dass es noch eine weitere negative Auswirkung auf den menschlichen Körper hat. Nämlich die Immun-Abwehr.
Das Forschungsteam des Max-Delbrück-Centrum für molekulare Medizin in Helmholtz veröffentlichte im Februar dazu im Fachmagazin Cell Metabolism eine Studie. Diese zeigt, dass ein Salzüberschuss im Blut, die sogenannten T-Zellen regulatorisch beeinträchtigt. Diese können unter einem hohen Salzgehalt also nicht mehr entsprechend auf Angriffe das Immunsystem reagieren.
Zu viel Salz beeinträchtigt die T-Zellen in ihrer Arbeit
Die Forscher wollten zu Beginn ihrer Untersuchungen herausfinden, wie das Immunsystem auf einen hohen Salzgehalt regiert. Denn es war bereits bekannt, dass Menschen mit einer Autoimmunerkrankung sensibel auf Salz reagieren.
Die Autorin schreiben eingangs in ihrer Studie: „Wir haben wir uns gefragt, ob ähnliche Probleme in den regulatorischen T-Zellen gesunder Menschen auftreten können“.
Regulatorische T-Zellen haben die Aufgabe, eigene außer Kontrolle geratene Immunzellen zu stoppen. Demnach sind sie dafür verantwortlich, dass die körpereigenen Immunreaktionen in Zaum gehalten werden. Diese können in einigen Fällen Autoimmunerkrankungen auslösen, bei denen sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper stellt.
Die These der Wissenschaftler lautet also, dass zu viel Salz die T-Zellen in ihrer Arbeit behindert. Demnach könnten ein dauerhaft hoher Salzkonsum Autoimmunreaktionen und weitere schwere Folgeerkrankungen auslösen. Dies galt es nun durch Untersuchungen zu bestätigen.
T-Zellen zeigen deutliche Reaktionen auf Salz
Um diese These beweisen zu können, veränderten die Forscher die T-Zellen in ihrem Längsschnitt. Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass diese eine sehr schnelle Reaktion zeigten.
„Durch die Untersuchung von Längsschnittveränderungen menschlicher Tregs (T-Zellen) haben wir festgestellt, dass ein hoher Solzhgehalt eine metabolische Reprogrammierung induziert und Merkmale von Autoimmun-Tregs rekapituliert. Mechanisch erhöht extrazelluläres HS intrazelluläres Natrium und stört die mitochondriale Atmung, indem es die Elektronentransportkette (ETC) stört.“
Des Weiteren zeigten die Untersuchungen, dass die Reaktion nicht in den Zellen selbst stattfindet, sondern in den Mitochondrien.
Ein hoher Salzgehalt bringt also sowohl die T-Zellen als auch die Mitochondrien aus ihrem Gleichgewicht. Die Forscher betonen, dass diese Wirkung nicht nur eine Momentaufnahme ist. Sie gehen davon aus, dass ein hoher Salzgehalt, der durch die Nahrungsaufnahme entsteht, nachhaltige Folgen haben kann.
„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Salz zur metabolischen Umprogrammierung beitragen könnte und dass eine kurzfristige HS-Begegnung die metabolische Fitness und die langfristige Funktion der menschlichen […] Autoimmunität stören.“
Die Untersuchungen in Bezug auf die Immun-Abwehr und Salz müssen noch weiter vertieft werden. Das Team geht jedoch davon aus, dass ein dauerhaft hoher Salzkonsum zu Entzündungen, Autoimmunreaktionen und weiteren Beeinträchtigungen führen könnte.
Photo by Jason Tuinstra